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asianfilmweb • Filme • Nowhere To Hide (KR 1999)
FILMEKR • NOWHERE TO HIDE
NOWHERE TO HIDE

     KOREA 1999

CAST & CREW
REGIE Lee Myung-Se
DARSTELLERPark Joong-Hoon, Ahn Sung-Kee, Jang Dong-Kun, Choi Ji-Woo, Lee Hae-Eun, Lee Won-Jong, Park Sang-Myeon, Song Young-Chang
SCRIPT/BUCHLee Myung-Se
MUSIKJo Sung-Woo

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Nowhere To Hide

DeutschlandRapid Eye Movies2 Discs • FSK 16 •
 1,85:1 anamorph
 deutsch DD 5.1, koreanisch DD 5.1
 deutsch
 Extended Korean Director's Cut, Trailer, Interviews,...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
112 Minuten

FILMINHALT
An einem regnerischen Tag wird ein Mann auf einer 40-stufigen Treppe ermordet. Der Mörder flüchtet mit einem Koffer voller Geld, den das Opfer bei sich trug. Die Polizei kümmert sich um den Fall, im Mittelpunkt steht hierbei der raubeinige Detective Woo und sein Partner Kim. Der Mörder ist der Polizei allerdings immer einen Schritt voraus und im Zuge der Ermittlungen wird auch die Freundin des Flüchtigen in den Fall verwickelt.

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Das ist alles, mehr Handlung gibt "Nowhere To Hide" nicht mehr. Am besten lässt sich der Film allerdings erklären, indem man Regisseur Lee Myung-Se selbst zu Wort kommen lässt: "Keine Ahnung, woran andere Filmemacher denken, wenn sie Filme machen. Ich habe nie eine Geschichte im Kopf. Wenn ich einen Film mache, denke ich an Objekte oder Ideen. Diese Dinge sind für meine Filme wichtiger. Mich beschäftigt, wie ich sie in Bilder umwandeln kann. Ich mache Filme, indem ich verschiedene Genres, die ich dem Publikum nahe bringen will, in meinen Filmen zusammenbringe. Auch wenn ich meine Filmstoffe entwickle, denke ich nicht an ein Thema oder Story." Genau diesem Konzept folgt auch "Nowhere To Hide". Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen Fall von Style over Substance, "Nowhere To Hide" ist purer Style, frei von jeglicher Substanz. Der Film ist größtenteils eine Aneinanderreihung von Szenen, eine gewagte Spielerei, furios inszeniert. Dies beginnt bereits beim Soundtrack, ob krachender Rock oder antiquierte Piano Stücke, ob Bee Gees oder Ennio Morricone, Lee Myung-Se schreckt einfach vor nichts zurück. Ob Schnee oder Regen, der Regisseur wechselt die Jahreszeiten beliebig und verpackt alles in eine Ästhetik die ihre Linie irgendwo zwischen klassischem Stummfilm und moderner Videoclip-Optik findet. Wie Bilder aus einem diffusen Traum klebt Lee Myung-Se seine Szenen zusammen, er inszeniert coole Kämpfe und ungewöhnliche Verfolgungsjagden und reizt dabei jedes stilistische Mittel aus. Den roten Faden durch die Bilderflut bildet die Story, die bestenfalls wie eine Rohskizze wirkt. Viele Dinge erscheinen sinnlos in diesem Film und so geschieht es, dass "Nowhere To Hide" trotz seines hohen Tempos mit der Zeit extrem langweilig zu werden droht, denn irgendwann wirkt das Ganze überreizt, man hat sich satt gesehen und hört damit auf, jede Szene zu bestaunen, da der Film schlicht und ergreifend zu keiner Sekunde Spannung erzeugen kann. Das zweite Problem ist, dass "Nowhere To Hide" ein Film der konsequenten Inkonsequenz ist. Obwohl die Schauspieler einen guten Job machen, dürfte es keine Überraschung sein, dass die Charaktere in Lee Myung-Ses Film oberflächliche Karikaturen bleiben. In einigen Szenen versucht der Regisseur allerdings allzu bemüht entgegenzuwirken. Es gibt beispielsweise drei Stellen im Film, in denen er uns an Kims Gedanken teilhaben lässt, oder die Szene, in der sich Woo mit der Familie seiner Schwester trifft. Das alles wirkt deplaziert, "Nowhere To Hide" mag sinnlos sein, aber diese Szenen zerstören zudem noch den Fluss und den Rhythmus der Sinnlosigkeit. Viele bezeichnen "Nowhere To Hide" als einen Fun-Film, eine stilistische Fingerübung die sich selbst nicht ernst nimmt. Wenn dem nur so wäre, Regiesseur Lee Myung-Se scheint seinen Film durchaus ernst zu nehmen, soviel Humor hat der Mann nicht, das er einen Fun-Film drehen könnte, und das ist letztendlich auch das Problem von "Nowhere To Hide". Lee Myung-Se sollte es lieber mit Videoclips oder Kurzfilmen versuchen, wenn er sich schon austoben will, denn so gut das ganze auch inszeniert sein mag, durch den fehlenden Inhalt gestaltet sich dieser Film als öde Reise durch einen zweistündigen Style-Overkill. 5 Sterne gibt es dennoch, einfach aufgrund des beeindruckenden und gewagten Stils und für die gute Leistung der Darsteller, die bei diesem Drehbuch mit Sicherheit vor eine schwere Aufgabe gestellt wurden. Vielleicht sollte sich Lee Myung-Se wirklich auf die Regie beschränken und das Drehbuchschreiben anderen überlassen. So ist "Nowhere To Hide" nur denjenigen zu empfehlen, die auf die Handlung eines Films keinerlei wert legen.

FILMREZENSION VON LAGO
Okay, zugegebenermaßen ist die Story nicht weltbewegend oder innovativ und kommt etwas holprig rüber. Zudem wirken die Charaktere bis auf den coolen, aber nicht perfekten, dafür für seine Härte bekannten Detective Woo, zu blass. Hier fehlt dann doch eine genauere Charakterbeschreibung und Hintergrundinfos zu den Personen. Ein wenig wird zwar zu den Hauptcharakteren erwähnt, aber dies auch kurz und knackig zusammengefasst in einem Satz. An der schauspielerischen Leistung kann man aber eigentlich nicht meckern. Trotz dieser Mängel konnte mich Nowhere to Hide etwas mehr als eineinhalb Stunden unterhalten. Spannung kam mir beim Schauen der immer wieder rasanten Verfolgungsjagd schon auf, was sicherlich auch an der genialen Kamerführung und den sehr eigenen Visualisireungsstil von Regisseur Lee Myung-Se lag. So wählt er verschiedenste Blickwinkel, lässt auch in Actionszenen mal die Kamera auf Zeitlupe laufen und lässt das Bild stocken oder lässt es wie ein künstlerisches Gemälde aussehen, was alles ziemlich gekonnt genial ausschaut. Der Film hat 3 absolut überragende Szenen. Als erstes die beiden Anfangssequenzen, die Schlägerei in schwarz-weiß, wo man Cop Woo kennenlernt, danach wird Sungmin vorgestellt, der auf sein Opfer lauert. Szene Nummer drei ist das meiner Meinung nach coole, "ausgefuchste" Ende. Manche Kritiker sagen das wars dann auch schon, dazwischen passiert nicht viel. Das sehe ich anders. So haben mir u.a. auch die Szenen im Zug und die Befragungen/Verhöre gefallen. Die teils doch herbe Brutalität und Vorgehensweise der Polizei fällt zwar schon auf und ob dies real ist oder nicht, sei mal so dahingestellt. Ich denke man sollte das nicht so auf die Goldwaage legen und es einfach mit schwarzem Humor nehmen, der ja eh an ein paar Stellen von Myung-Se platziert wurde. Den eigenen Stil setzt er auch in Sachen Musik auf, die wie ich finde auch sehr gut zum Film passt. Fazit: Nowhere to Hide ist kein Meilenstein im Thriller-Genre, weiß aber dennoch zu gefallen, wenn man sich mit der Art der Inszenierung und einer nicht besonders fordernden Story anfreunden kann. Eine Empfehlung würde ich aber nur an Filmliebhaber des kunstvoll und eigensinnig inszenierten asiatischen bzw. koreanischen Kinos aussprechen.



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