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asianfilmweb • Filme • Black Kiss (JP 2004)
FILMEJP • BLACK KISS
BLACK KISS

     JAPAN 2004

CAST & CREW
REGIE Macoto Tezuka
DARSTELLERMasanobu Ando, Reika Hashimoto, Seri Iwahori, Kikuo Kaneuchi, Kaori Kawamura, Hijiri Kojima, Masao Kusakari, Shunsuke Matsuoka, Ken Mitsuishi, Mitsuru Murata, Jô Odagiri, Shinzen Okada, Hideo Sakaki

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Black Kiss

DeutschlandSplendid
 1,78:1 anamorph · deutsch DD5.1, japanisch DD5.1 ·...
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 DVDBlack KissJapanInterfilm 
 DVDBlack Kiss - Limited EditionJapanInterfilm 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
133 Minuten

FILMINHALT
Die schüchterne Asuka zieht nach Tokyo um dort eine Karriere als Model zu starten. Auf der Suche nach einer Unterkunft vermittelt ihr eine Kollegin aus ihrer Agentur eine im Rotlicht Bezirk gelegene Wohnung, die sich Asuka mit dem ausgebrannten Ex-Model Kasumi teilen muss. Nach anfänglichen Differenzen entwickelt sich zwischen den beiden grundverschiedenen Frauen bald eine Art Freundschaft, doch dann wird Asuka Zeuge eines Mordes den sie vom Fenster ihres Badezimmers aus beobachtet. In der Nachbarwohnung findet die Polizei eine beinahe kunstvoll sezierte Leiche vor, doch das ist erst der Beginn einer bizarren Mordserie. Der junge Polizist Shirasaki, ein Bekannter Kasumis, kümmert sich um den Fall, der ihn bald zu dem undurchsichtigen Voodoo Experten Takayama führt. Zudem wird Asuka von dem aufdringlichen Paparazzi Sorayama beschattet, der ebenfalls in den Fall verstrickt zu sein scheint...

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Osamu Tezuka gilt als Legende des Mangas und Anime. Schließlich erschuf er Kultfiguren wie Astro Boy oder Black Jack und darf somit als Gründervater der japanischen Animationskunst bezeichnet werden. Sein Sohn Macoto hat sich hingegen dem Realfilm verschrieben. Ob der bekannte Name seines Vaters dabei eher Segen oder Fluch ist, sei dahingestellt. Nach dem hochgelobten "Hakuchi" dauerte es satte fünf Jahre, ehe Tezuka Junior seinen nächsten Spielfilm "Black Kiss" realisierte, der lose auf eigenen Mangaentwürfen basiert. Dabei herausgekommen ist ein in erster Linie visuell und atmosphärisch ansprechender und mit vielen Genrezitaten angereichter Thriller. Dabei bedient sich der Regisseur und Drehbuchautor vor allem bei italienischen Gialli Filmen sowie den Thrillern von Alfred Hitchcock. Ob nun der aus dem Fenster beobachtete Mord, eine klassische Duschszene oder das Bats Hotel in dem der erste Mord verübt wird, Genrefans werden sich über einen reichhaltigen Schatz an Anspielungen und Querverweisen freuen.
Black Kiss beginnt mit einer cleveren Eröffnungsszene in der der Handlungsablauf des Films bereits symbolisch wiedergegeben wird. Danach entführt Tezuka in das nächtliche Tokyo in dem ewiger Regen und Gewitter zu herrschen scheint. Verdreckte Innenräume die in rotes, gelbes oder grünes Neonlicht getaucht sind, einsame Außenaufnahmen über die Dächer und Häuserschluchten der Stadt sowie ein experimenteller Soundtrack der sich zum Teil aus statischen Geräuschen zusammensetzt erzeugen eine schaurig beklemmende Atmosphäre. Die Kamera beobachtet das Geschehen oft aus der Distanz um dann mit schnellen Schnitten und Perspektivenwechseln zu überraschen. Zudem bleiben die kunstvoll drapierten Leichen im Gedächtnis haften, diese Bilder gehen einfach unter die Haut.
Doch so sehr diese visuellen und akustischen Spielereien auch faszinieren, die Story des Films bietet Anlass zur Kritik. Das hauptsächliche Problem besteht darin, dass sich Tezuka in zu viele Nebenschauplätze verrennt. Er streift oberflächlich über die dekadente Modewelt, führt Charaktere ein die der Handlung nicht dienlich sind, zeigt Szenen auf deren Klärung man vergeblich wartet und verliert sich letztenendes in einem Plotwirrwarr aus dem er sich selbst nicht mehr befreien kann. Im Mittelpunkt dieses Plots stehen vier Figuren, denen er bestimmte Eigenschaften der vier Himmelsrichtungen und der vier Elemente zuordnet. Hier kann insbesondere Kaori Kawamura überzeugen, die die nach außen hin harte und kühle Kasumi absolut glaubhaft verkörpert. Die hübsche Reika Hashimoto (u. a. Survive Style 5+) agiert solide, während Masanobu Ando (u. a. Battle Royale) eher blass bleibt, da ihm zu wenig Screentime zur Verfügung steht. Zudem wird man aus seiner Rolle des geheimnisvollen Fotografen bis zum Ende hin nicht wirklich schlau. Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt allerdings Shunsuke Matsuoka. Er spielt den Polizisten Shirasaki merkwürdig nervös und schreckhaft, zudem deutet sein ständig etwas gequält wirkender Gesichtsausdruck auf starke Blähungen hin. Dennoch ist seine Figur nicht uninteressant. Völlig verschenkt ist hingegen Jô Odagiri (u. a. Shinobi) in einer nebensächlichen und wenig schmeichelhaften Rolle.
Ebenso bizarr wie die Charaktere wirkt schließlich auch der gesamte Film. Black Kiss erstreckt sich über epische 133 Minuten, das sind 133 Minuten die zwar nie wirklich langweilig werden, aber die weit mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern. Und gerade wer nun am Ende des Films auf eine logische Aufklärung und eine konventionelle Entlarvung des Täters hofft, wird böse vor den Kopf gestoßen werden. Denn in der letzten viertel Stunde des Films passiert etwas sehr merkwürdiges: Black Kiss wird zum Comic oder besser gesagt zum Manga. Das Finale kann nur als comichaft überzeichnet bezeichnet werden, und genau hierfür musste Tezuka die herbsten Kritiken einstecken. Allerdings hängt das auch damit zusammen, aus welcher Perspektive man den Film betrachtet. Black Kiss ist über zwei Stunden wie ein weitgehend konventioneller Thriller aufgebaut und das weckt eine gewisse Erwartungshaltung beim Zuschauer. Betrachtet man Black Kiss allerdings als Mangaverfilmung und stellt sich die Charaktere schwarz weiß gezeichnet auf Papier vor, beginnt dieser Film mitsamt seinem Finale plötzlich zu funktionieren und bietet sogar Raum für eine Fortsetzung. Black Kiss ist in etwa so realistisch wie Sin City, das Problem besteht wohl darin, dass Tezuka den Film selbst aus einer Perspektive betrachtet, die von vielen Zuschauern und auch Kritikern nicht verstanden wird. Zwar lassen sich die zahlreichen Logikfehler an denen Black Kiss krankt nicht wegdiskutieren, dennoch ist es Osamu Tezukas Sohnemann gelungen einen interessanten Thriller zu schaffen der zum Schluss mit einigen gängigen Konventionen bricht. Antesten lohnt sich, sofern man bereit dazu ist sich auf Macoto Tezukas eigenwillige Thriller-Variante einzulassen.



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4.7/10 bei 3 Stimmen. .
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